Wappen

In gespaltenem Schild vorne in Gold ein rot bewehrter und rot bezungter schwarzer Adler, hinten in Silber auf einem nach rechts abfallenden, gewellten grünen Boden eine rote Burg mit spitzbedachtem rechtsstehendem Turm.

Das jeweils als Siegel verwendete Wappen siegelt im Lauf der Geschichte die jeweiligen Herrschaftsverhältnisse und staatsrechtlichen Zugehörigkeiten wider. 

Um 1235 herum wird die Burg Ortenberg als „castrum Ortinberg“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name hängt zusammen mit ihrer Lage auf einer in den Ausgang des Kinzigtals zur Rheinebene vorspringenden Bergnase. Das alt- und mittelhochdeutsche Wort „ort“ bedeutet in geographischen Namen „die Spitze“, „das Ende“, „die Ecke eines Platzes“. Nach der Burg ist die sich unter ihrem Schutz entwickelnde Siedlung benannt.

Das Geschick von Burg und Dorf ist auf das engste mit dem der Reichslandvogtei Ortenau verknüpft, befand sich hier auf der Burg jahrhundertelang die Residenz der ortenauischen Landvögte. Das Landgericht hatte im Dorf seinen Sitz, ebenso wie die ortenauische Kanzlei. So wandelte sich unter dem Einfluss des Burgnamens auch der Name der 768 erstmals erwähnten alemannisch-fränkischen Gaugrafschaft „Mortenau“ zu „Ortenau“. Mit der Ortenau kam auch Ortenberg 1805 an Baden.

Die Platte des in eine Wachsschale hineingedrückten Hängesiegels an einer Urkunde vom 3. November 1488 lässt in rundem Siegelfeld eine Burg und einen aufgerichteten Löwen erkennen, in der Umschrift sind ORTEMBERG und die Jahreszahl 1488 lesbar. Da das Ortenberger zu jener Zeit vorübergehend an die Kurpfalz verpfändet war ist anzunehmen, dass dies der pfälzische Löwe darstellt.

Nach einigen Herrscherwechseln gelangte die Reichslandvogtei Ortenau1551 in den Besitz der Habsburger und wurde damit österreichisch. Fortan finden sin en sich in den Feldern von Siegeln aus dem 16. Jahrhundert und später als Schildfiguren nebeneinander einen einköpfigen Adler - als Symbol der unmittelbaren Reichsgewalt - sowie die Kombination von burg- und wehrkirchenartigen Gebäudlichkeiten. Die Umschrift eines solchen Siegels aus dem Jahr 1568 lautet aufgelöst: SIGILLUM IUDICII VILLE ORTTEMBERG. Das Siegel an einer Urkunde vom 17. November 1625 zeigt im Schild den einköpfigen Adler und daneben eine Burg, von der abgegriffenen Umschrift sind allein die Buchstaben „ORT“ erhalten. Auch Mitte des 18. Jahrhunderts ist dieses Siegel in Gebrauch

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kommt ein Siegel in Benutzung, das in gespaltenem und von einer Laubkrone überhöhtem Schild vorn auf dem Boden eine Kirche mit einem von einer Wetterfahne bestecktem Turm am linken Ende des Langhauses, hinten einen zunehmenden Mond mit Gesicht zeigt; Umschrift „GEMEINDESIEG ORTENBERG“. Der Mond wird oft mit der weitverbreiteten Verehrung der Mutter Gottes in Verbindung gebracht und findet hier vermutlich seine Begründung in der Tatsache, dass bis 1823 die Wahllfahrtskirche „Maria Ruh“ am Bühlweg Ortenberger Pfarrkirche war. Auch im dortigen Altarbild ist Maria mit einer Mondsichel dargestellt.

Das heutige Wappen hat das badische Generallandesarchiv im Jahr 1899 in Anlehnung an das 1625 benützte Siegel entworfen. Seitdem ist es Hoheitszeichen der Gemeinde.